Universität Bern spannt mit Institut zusammen

Aktualisiert: Juni 23

Das Urner Institut «Kulturen der Alpen» und die Universität Bern wollen künftig bei der Forschung eng zusammenarbeiten. Dadurch wird der Kanton Uri als Standort für die Wissenschaft gestärkt.



Das Urner Institut «Kulturen der Alpen» an der Universität Luzern ist seit Ende 2019 in Betrieb. Wissenschaftler erforschen in Altdorf die Geschichte und die Kultur des Kantons Uri sowie des gesamten Alpenraums. Die Universität Luzern und der Kanton Uri bauen das Institut, das sich in Altdorf in den Räumlichkeiten der Dätwyler-Stiftung befindet, gemeinsam auf.

Nun erhält das neugegründete Forschungsinstitut Unterstützung: Die Universität Bern wird wissenschaftliche Partnerin des Instituts «Kulturen der Alpen». Die beiden Institutsleiter, Prof. Dr. Boris Previšić und Prof. Dr. Daniel Speich Chassé, sowie Prof. Dr. Julia Richers, geschäftsführende Direktorin des Historischen Instituts an der Universität Bern, haben kürzlich die entsprechende Vereinbarung für die Forschungszusammenarbeit unterzeichnet.

Wichtige Partnerin mit grossem Netzwerk

Mit der Zusammenarbeit sollen einerseits das Wissen und die Erfahrung aus den Forschungsprojekten des Instituts «Kulturen der Alpen» einem breiteren Kreis von Forschenden zugänglich werden. Andererseits werden für die Studierenden des Historischen Instituts der Universität Bern über die Projekte des Urner Instituts neue Forschungsfelder und Tätigkeiten im Kanton Uri erschlossen – Feldforschungen, Archive sowie politische und fachliche Netzwerke. Gleichzeitig stellt das Institut «Kulturen der Alpen» Studierenden der Universität Bern in Altdorf Arbeitsplätze zur Verfügung.

Am Historischen Institut der Universität Bern beschäftigt sich vor allem die Abteilung für Wirtschaft-, Sozial- und Umweltgeschichte (WSU) mit der Alpenforschung. Diese in der Forschungslandschaft einmalige Abteilung unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Rohr legt ihre Schwerpunkte auf die Klimageschichte des Mittelalters und der Neuzeit, auf die Erforschung extremer Naturereignisse (Rekonstruktion und kulturelle Verarbeitung), auf Fragen der Ressourcenverteilung und der Ernährungsgeschichte sowie auf die Verkehrs- und Mobilitätsgeschichte. Dabei spielt die Interdisziplinarität in praktisch allen Tätigkeitsfeldern eine wesentliche Rolle. Die Abteilung arbeitet intensiv mit «ViaStoria» (Stiftung für Verkehrsgeschichte), dem Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums in Brig sowie mit dem Archiv für Agrargeschichte zusammen. Mit Prof. Dr. Silvia Berger Ziauddin übernimmt zudem per 1. August 2020 eine Urnerin die Professur für Schweizer und Neueste Allgemeine Geschichte an der Universität Bern. Sie forscht unter anderem zur Zeitgeschichte der Alpen.

Weiter ist an der Universität Bern auch das renommierte Oeschger-Zentrum für Klimaforschung angegliedert, das Forschende aus neun unterschiedlichen Instituten und vier Fakultäten vereint. Mit seiner interdisziplinären Ausrichtung ist es das Kompetenzzentrum für Klimaforschung schlechthin.

Forscher erhalten Zugang zu Datenbanken

«Durch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Bern wird die allgemeine Forschung zum Alpenraum koordiniert und gebündelt», sagt Prof. Dr. Boris Previšić, Direktor des Instituts «Kulturen der Alpen». «Gleichzeitig profitiert unser Institut von einem grossen Netzwerk im Bereich der Wissenschaft». Die Universität Bern und das Urner Institut «Kulturen der Alpen» planen zudem, künftig auch gemeinsame Projekte zu lancieren oder zusammen wissenschaftliche Tagungen durchzuführen.

Überdies werden Institutsdirektor Prof. Dr. Boris Previšić und Geschäftsführer Dr. des. Romed Aschwanden an der Abteilung für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte der Universität Bern als assoziierten Forschenden angebunden. Dadurch erhält das Institut «Kulturen der Alpen» Zugang zu den Datenbanken, Archiven und Bibliotheken der Universität Bern.

Institut erhält NRP-Fördergelder

Am Institut, das in enger Zusammenarbeit von Kanton Uri und der Universität Luzern aufgebaut wird, werden künftig verschiedene Forschungsprojekte mit regionalen und gesamtalpinen Fragestellungen im Kontext globaler Herausforderungen durchgeführt. Zudem sind wissenschaftliche Tagungen geplant – dies als Beitrag zur lokalen Verankerung und zur Förderung der interdisziplinären Forschung. Finanziert und unterstützt wird das Vorhaben durch den Kanton Uri und die Dätwyler Stiftung. Wichtige Fördergelder für den Aufbau des Instituts im Sinne einer Anschubfinanzierung stammen aus der Neuen Regionalpolitik NRP.




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