Albert Camus hat in den 1950er Jahren die Rede vom «pensée de midi» geprägt und damit eine Art des Denkens bezeichnet, die wesentlich durch die Erfahrungsqualitäten der Umgebung geprägt ist, in der es entsteht. Dieses «mittelmeerische Denken» sieht Camus als Quelle einer Philosophie des Masshaltens, die es erlaubt, sich nicht in Vereinseitigungen einzurichten, sondern im «Licht des Mittags» zu bleiben und den Zugkräften vereinseitigender Bekenntnisse zu widerstehen. Wie könnte man nun, analog zum «mittelmeerischen Denken», ein «alpines Denken» charakterisieren – und welche philosophische Haltung würde ein solches Denken auszeichnen?
Das Projekt «Alpines Denken» geht diesen Fragen nach und zielt darauf, spezifische Umgebungsqualitäten im alpinen Raum zu konzeptualisieren. Ziel ist es, durch ästhetische Fallstudien in ausgewählten Praxisfeldern im alpenspezifischen Mensch-Berg-Verhältnis (Alpinismus, Landwirtschaft, Architektur) auszuloten, ob und welche Impulse ein «alpines Denken» für die Entwicklung eines Korrespondenzvermögens im Umgang mit den natürlichen und kulturellen Umwelten im alpinen Raum hat.
Das Projekt ist im Rahmen des Arbeitsbereichs «Alpine Futures Literacy» angesiedelt und findet in Kooperation mit der Forschungsgruppe «Postdisciplinary Art Research» an der Hochschule Luzern – Design Film Kunst statt.
Forschungsschwerpunkt
Räume der Imagination
Start
2025
Beteiligte
Prof. Dr. Jens Badura