Gletscherschwund ist gleichermaßen anschaulicher Effekt und gängiger quantitativer Indikator für die Veränderungen, die die Klimaerwärmung mit sich bringt. Doch was schwindet da eigentlich alles – und was von dem ist nicht «messbar» und dennoch bedeutsam für unser Verständnis dessen, was viele Alpengletscher in naher Zukunft gewesen sein werden? Nicht zuletzt der Dachsteingletscher wird bald nur noch in der Erinnerung existieren – existent und wahrnehmbar durch Erzählungen, sinnliche Darstellungen und die Spuren, die sie in die Landschaft eingeschrieben haben.
Ziel des Projektes «s/Schmelzendes e/Erinnern» ist es deswegen, den bekannten visuellen Narrativen und auf messbare Daten bezogenen Formen der Kommunikation über Gletscherschwund ein vielfältiges kulturelles Wissen über die Gletscher zur Seite zu stellen. Das Dachstein-Museum auf der Austriahütte baut dazu derzeit ein partizipatives Langzeitprojekt auf. Unterschiedliche Formen erinnerter Gletscherwahrnehmungen und -erfahrungen können in Form von Fundstücken, Artefakten, Fotos, Geschichten, Interviews u.v.m. eingebracht werden. Die Sammlung (und das Sammeln) ist zugleich Ausgangs- und Bezugspunkt regelmässiger Workshops und Residencies, mit lokalen Akteur:innen, wissenschaftlichen Expert:innen u.a. aus Geografie und Glaziologie, Archäologie, Zoologie und den Kulturwissenschaften, Künstler:innen und Gästen.
Forschungsschwerpunkt
Räume der Imagination
Start
2025
Beteiligte
Doris Hallama (Dachteinsmuseum Astriahütte)
Prof. Dr. Jens Badura